Umfassende Änderung des Glücksspielgesetzes in Österreich: Welche Änderungen bringt die Glücksspielreform 2026?

“Es bleibt zu hoffen, dass die Pflicht der Erfüllung von Urteilen tatsächlich in das neue Gesetz aufgenommen wird und Wirkung zeigt.“

Glücksspielreform 2026

Das österreichische Glücksspielrecht steht vor seiner größten Reform seit Jahrzehnten. Ende Juni 2026 hat die Bundesregierung einen neuen Gesetzesentwurf zur umfassenden Reform des Glücksspielgesetzes in Begutachtung geschickt. Die Begutachtungsfrist hat am 15. Juli 2026 geendet und es wurden insgesamt 108 Stellungnahmen zum Entwurf abgegeben. Die geplante Reform könnte das österreichische Glücksspielrecht nachhaltig verändern und sowohl für Spieler als auch für Anbieter weitreichende Auswirkungen haben.

Warum das österreichische Glücksspielgesetz reformiert werden soll

Das derzeit geltende Glücksspielgesetz stammt im Wesentlichen aus dem Jahr 1989. Obwohl es mehrfach angepasst wurde, hat sich der Glücksspielmarkt deutlich schneller entwickelt als die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Besonders im Bereich des Online-Glücksspiels ist ein erheblicher Markt illegalen Angeboten entstanden. Während in Österreich derzeit nur ein Anbieter über eine Konzession für Online-Casinospiele verfügt, nutzen viele Spieler Angebote von Unternehmen, die über Lizenzen anderer EU-Mitgliedstaaten verfügen. Da sie in Österreich nicht konzessioniert sind, sind deren Angebote hier rechtswidrig. Dadurch entstand ein Markt, der zwar faktisch existiert, aber nur eingeschränkt von österreichischen Behörden überwacht werden kann. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf unseren Blogbeitrag Online-Glücksspiel: Wie Malta seine Anbieter schützt und warum das hoffentlich bald ein Ende hat!. Gerade das Online-Glücksspiel wird mit der Reform stark angepasst werden.

Online-Glücksspiel

Im aktuellen Glücksspielgesetz kommt der Begriff Online-Glücksspiel nicht vor. Es ist dort von elektronischen Lotterien die Rede. Mit § 13 GSpG in der neuen Fassung, werden der Begriff Online-Glücksspiel eingeführt und das Online-Glücksspiel neu geregelt.

Öffnung des Online-Glücksspielmarktes

Durch die Neuregulierung des Online-Glücksspielmarktes soll ein streng reguliertes Konzessionssystem für Online-Glücksspiel eingeführt werden. Dadurch sollen mehrere Anbieter in Österreich Online-Glücksspiel anbieten können. Ziel ist es, damit ein Online-Glücksspielangebot zu schaffen, mit dem eine hohe Kanalisierung in den legalen Markt und hoher Spielerschutzstandard erreicht werden.

Pflicht österreichische Urteile zu erfüllen

Besonders wesentlich ist die Regelung, dass Bewerber um eine Konzession für Online-Glücksspiel auch dann eine Konzession erhalten können, wenn sie bisher in Österreich konzessionslos (illegal) tätig waren. Sie müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Insbesondere müssen alle rechtskräftigen Leistungsurteile inländischer Zivilgerichte erfüllt worden sein (auch in diesem Zusammenhang verweisen wir auf unseren Blogbeitrag Online-Glücksspiel: Wie Malta seine Anbieter schützt und warum das hoffentlich bald ein Ende hat!). Neu erlassene Urteile müssen binnen offener Leistungsfrist erfüllt werden. Außerdem muss die Veranstaltung von verbotenem Online-Glücksspiel ab dem 1. Jänner 2027 und bis zur Erteilung einer Konzession eingestellt worden sein („Cooling-off-Periode“). Erfolgt die Einstellung nach dem 31. Dezember 2026, ist der Konzessionswerber von der Erteilung einer Konzession 18 Monate ab Einstellung des verbotenen Online-Glücksspiels, wenn die Einstellung jedoch erst nach dem 31. Dezember 2029 erfolgt, für einen Zeitraum von 24 Monaten ab Einstellung ausgeschlossen („Sperrfrist“).

Payment-Blocking

Es sind auch Bestimmungen zum Payment-Blocking vorgesehen. Das soll den Zugang zu illegalen Online-Glücksspielangeboten drastisch erschweren. Zahlungsströme von und zu Anbietern ohne Konzession werden so verhindert.

Sperrregister

In einem betreiber- und spielartenübergreifendes Sperrregister sollen betreiberseitige und Selbstsperren erfasst werden. Auch eine gesetzliche Beschränkung der maximalen Einzahlungsbeträge soll einen besonderen Schutz für junge Erwachsene darstellen.

Fazit

Derzeit ist abzuwarten, wie der Gesetzes-Entwurf noch angepasst wird und inwiefern tatsächlich neue Regelungen geschaffen werden, um den Spielerschutz zu stärken. Da wir einige Teilnehmer an illegalem Online-Glücksspiel vertreten, begrüßen wir einige der geplanten Änderungen. Es bleibt zu hoffen, dass die Pflicht der Erfüllung von Urteilen tatsächlich in das neue Gesetz aufgenommen wird und Wirkung zeigt.

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